Aufenthaltsraum (Aufenthaltstraum)
Im Gegensatz zum luftleeren Raum ist dieser eins meiner Lieblingswörter in der hiesigen Sprache. Und zwar wie mir jetzt klar wird schon seit der Grundschule. Da war es ein Ort, an dem man sich gelangweilt rumdrückte, weil eine Schulstunde ausgefallen war. Und das ist noch das bessere am A-Raum. Es ist so ein typisches deutsches Mega-Wort, bei dem einem kleinen Ferkelchen das kalte Grausen kommt vor lauter Gefühllosigkeit.
Der Wartesaal des Lebens, das Weltall, ein Fußballstadion - alles kann ein Aufenthaltsraum sein, wenn man es läßt. Einen korrekten deutschen Aufenthaltsraum aber findet man, wie jeder weiß, meist in öffentlichen Gebäuden, Behörden oder Sauställen. Auch Fußgängerzonen gehen fließend in A-Räume über, wo es aber nicht gern gesehen wird, wenn man z.B. auf einer Bank liegt - das wäre ganz klar zu viel Aufenhalt. Da wird der Raum stinkig.
Die Aufenthaltsräume Zug und Autobahn ergänzen sich prima mit der obigen Definition. Strand und Freibadwiese weichen hingegen etwas ab, wird hier doch liegen geradezu eingefordert. Der liegende oder beliegbare Aufenthaltsraum ist also offenbar eine Unterkategorie. Stehräume sind weiter unten in der Hierarchie, Sitzräume sollten Mittelklasse-Abteilungen der A-Räume sein. Wer A-Raum sagt, muß auch A-Schloch sagen.